Presseinformation
20.04.08 - SCHUTZSTATION WATTENMEER
Dieter Harrsen, Preisträger der Goldenen Ringelgansfeder 2008
Anlässlich der Eröffnung der elften Ringelganstage in der Biosphäre Halligen wurde dem Landrat des Kreises Nordfriesland, Dieter Harrsen am 19.04.08 die Goldene Ringelgansfeder für seine Verdienste um die Biosphärenregion verliehen.
Gert Oetken, Vorsitzer der Schutzstation Wattenmeer: „Der Vorstand der Schutzstation Wattenmeer gratuliert Herrn Harrsen besonders herzlich zu dieser Auszeichnung. Ich hätte Dieter Harrsen, meinem Nachfolger als Preisträger meine Glückwünsche gern persönlich überbracht und seine Verdienste gewürdigt. Leider bin ich durch einen längeren Krankenhausaufenthalt dazu derzeit nicht in der Lage.“
„Dieter Harrsen hat in seiner Zeit als leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Pellworm entscheidend dazu beigetragen, dass die Halligen zur Entwicklungszone der UNESCO- Biosphärenregion geworden sind“ , so Oetken weiter. „Er hat durch seine überzeugende Art Vorbehalte vor Ort aus dem Weg geräumt und weitsichtig die Vorteile der Biosphärenregion für Mensch und Natur gleichermaßen erkannt. Hierbei ist er nicht müde geworden, die Biosphärenidee einer Naturlandschaft, in der nachhaltiges Wirtschaften mit Wahrung der regionalen Identität verknüpft ist, in den Köpfen der Menschen zu verankern.“
“Dieter Harrsen ist stets ein verlässlicher Partner gewesen. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung der langjährigen, guten Zusammenarbeit mit ihm und hoffen, dass sich diese in Zukunft noch weiter vertiefen wird. Das Auswahlgremium hat mit der diesjährigen Goldenen Ringelgansfeder eine gute Wahl getroffen,“ sagt Oetken abschließend.
14.04.08 - SCHUTZSTATION WATTENMEER
Von den Antilopen zu den Austernfischern
Neuer Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer
Im April 2008 beginnt Harald Förster seine Arbeit als Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer. Der Diplom-Forstwirt war zuvor elf Jahre lang als Leiter einer wildbiologischen Forschungsstation in Namibia tätig. Nun wartet 10.000 Kilometer entfernt an der Nordsee eine neue Aufgabe auf ihn. Förster wird zusammen mit seiner Frau Birgit und seinen zwei kleinen Kindern nach Schobüll/Husum ziehen. Eine gute europäische Ausbildung der Kinder gehörte für die Försters zu den wichtigsten Beweggründen, um nach Deutschland zurückzukehren.

„In Namibia hätten wir Arne und Lena ab der ersten Klasse in ein Internat geben müssen. Wir hätten unsere Kinder nur an den Wochenenden gesehen und das wollten wir nicht“, berichtet Harald Förster. „Ich freue mich sehr auf die vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich durch meine neue Position ergeben“, sagt der Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer. „Auch wenn die Umgebung, die Natur und die Menschen ganz anders sind als in Namibia, gibt es hier an der Nordsee ähnliche Probleme. Bei unseren afrikanischen Naturschutzprojekten ging es uns immer darum, Lösungen für Konflikte zwischen Mensch und Tier gemeinsam zu erarbeiten und sie nicht von außen heranzutragen. Das werden wir auch im Wattenmeer versuchen.“
Förster sieht direkte Zusammenhänge zwischen den räumlich so weit auseinander liegenden Lebensräumen: „Das Wattenmeer ist ein wichtiger Trittstein für viele Vogelarten, die nach Afrika ziehen. Zum Beispiel konnte ich gerade einige Watvogelarten wiedersehen, die in Afrika den Winter verbracht haben.“
Förster hat nach einem Studium der Forstwissenschaft sowie der tropischen Forstwirtschaft an der Georg August Universität, Göttingen seine Magisterarbeit im Bereich der Tropischen Wildbiologie angefertigt. Im Februar 1997 kam der studierte Forstwirt aufgrund einer Zeitungsanzeige in Deutschland nach Namibia, um beim Aufbau einer Wildfarm im Norden Namibias mitzuhelfen. Zusammen mit seiner Frau Birgit, einer Diplom-Biologin, gründete er Ende 1997 das Okatumba Wildlife Research, eine anwendungsorientierte Forschungsgesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine möglichst umfassende Untersuchung des Habitats Farmland durchzuführen.
Langfristiges Ziel seiner Forschungsarbeit in Nambia war die Entwicklung eines nachhaltigen Wildtierbewirtschaftungsplanes. Dabei lagen den Försters die Großkatzen besonders am Herzen. Insgesamt lebt in Namibia ein Drittel des Weltgepardenbestandes auf einem Gebiet, das nur fünf Prozent der weltweiten Verbreitungsfläche ausmacht “
„Die Farmer haben optimale Bedingungen für Geparden und Leoparden geschaffen. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Wildtiere außerhalb von Schutzgebieten wie auf privatem Farmland in Namibia", erläutert der Diplom-Forstwirt weiter. „Nichtsdestotrotz führt das Zusammenleben von Mensch und Großkatze in einem gemeinsamen Ökosystem zu Konflikten. Immer wieder kommt es vor, dass landwirtschaftliche Nutztiere von Geparden gerissen werden und ein mitunter erheblicher wirtschaftlicher Schaden für die Farmer entsteht.“
Neben der Forschung haben die Försters sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet und Umweltbildungsmaßnahmen durchgeführt. Dadurch konnten sie zu einem besseren Verständnis ökologischer Zusammenhänge und zu Konfliktlösungen beitragen. Sie sind froh, dass ihre Arbeit von einem jungen Biologen aus Berlin in Zusammenarbeit mit einer namibischen Naturschutzorganisation weitergeführt wird.
Abschließend sagt Förster: „Das Wattenmeer ist ein wunderbarer Lebensraum, den es zu schützen und zu erhalten gilt, und ich hoffe, dass ich als Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer viel bewegen und erreichen kann.“
Anmerkung der Büsum Anzeiger Redaktion: Mit geprüften Wattführern ins Büsumer Watt. Ein Erlebnis der gesunden Art.
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